Zimmererarbeiten

Dachgauben – mehr Licht und Stehhöhe unter dem Dach

Ein Eingriff ins Tragwerk, der aus Dachschräge Wohnraum macht.

Eine Gaube bringt zweierlei, was ein Dachflächenfenster nicht kann: Stehhöhe und eine senkrechte Fensterfläche. Damit wird aus einem Raum, in dem man sich bückt, ein Raum, in dem man wohnt. Bei einem Dachgeschossausbau schafft eine passend geplante Gaube zusätzlich Licht und Stehhöhe.

Gleichzeitig ist die Gaube ein Eingriff in das Tragwerk und in die Dachhaut. Sparren werden unterbrochen, Lasten müssen umgeleitet und die Anschlüsse dauerhaft dicht ausgeführt werden. Genau deshalb gehört sie in die Hand eines Betriebs, der Zimmerei und Dachdeckerei beherrscht.

Die gängigen Bauformen

Die Schleppgaube ist die verbreitetste Form: ein flach geneigtes Pultdach, das aus der Dachfläche herausgezogen wird. Sie bringt viel Raum bei vergleichsweise einfacher Konstruktion.

Die Giebelgaube – auch Satteldachgaube – setzt ein kleines Satteldach auf und wirkt an klassischen Häusern stimmiger. Die Walmgaube nimmt die abgewalmte Form des Hauptdachs auf. Die Fledermausgaube schwingt ohne harte Kanten aus der Fläche heraus; sie ist die aufwendigste Variante und braucht sowohl im Abbund als auch in der Eindeckung viel Erfahrung.

Was vor dem Bau geklärt wird

  • Baurecht: Gauben sind je nach Größe und Kommune genehmigungspflichtig
  • Statik: Wo die unterbrochenen Sparren ihre Last abtragen
  • Proportion: Größe und Lage im Verhältnis zur Dachfläche
  • Anschlüsse: Wangen, Kehlen und Sturz müssen dauerhaft dicht sein
  • Dämmung: Die Gaube ist die Stelle, an der Wärmebrücken entstehen

Bestehende Gauben sanieren

Ältere Gauben sind häufig die Schwachstelle eines sonst intakten Dachs. Typisch sind undichte Kehlen, morsche Wangen und eine Dämmung, die heutigen Anforderungen nicht mehr genügt.

Oft lässt sich die Konstruktion erhalten und nur die Hülle erneuern: Verkleidung ab, Zustand prüfen, dämmen, neu eindecken und die Anschlüsse sauber ausbilden. Das ist deutlich weniger Aufwand als ein Neubau der Gaube.

Gaube oder Dachflächenfenster?

Geht es nur um Licht, ist das Dachflächenfenster die schnellere und günstigere Lösung – ohne Eingriff in die Dachform und meist ohne Genehmigung. Geht es um nutzbare Fläche und Stehhöhe, führt an der Gaube kein Weg vorbei.

Häufig ist die Kombination am sinnvollsten: eine Gaube dort, wo der Raum gebraucht wird, dazu Fenster in der Fläche für zusätzliches Licht.

Wie groß darf eine Gaube sein?

Neben dem Baurecht gibt es eine gestalterische Faustregel: Eine Gaube sollte deutlich schmaler bleiben als die Dachfläche, in der sie sitzt, und Abstand zu First, Traufe und Ortgang halten. Reihen sich mehrere Gauben, wirkt gleicher Abstand ruhiger als eine Verteilung nach Innenraum-Bedarf.

Viele Kommunen regeln das in einer Gestaltungssatzung – mit Vorgaben zur Gaubenbreite im Verhältnis zur Trauflänge, zum Mindestabstand vom Ortgang und manchmal zur zulässigen Bauform. Diese Satzung sollte vor der Planung vorliegen, nicht nach dem Bauantrag.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur Dachgaube

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Das hängt von Größe, Lage und der Satzung Ihrer Kommune ab. Wir sagen Ihnen, worauf es in Ihrem Fall ankommt – die Genehmigung selbst läuft über Sie beziehungsweise Ihren Planer.

Nur so lange wie nötig. Die Öffnung wird tagesabschließend gesichert, damit kein Wasser eindringt.

Ja, das ist der Normalfall. Voraussetzung ist, dass Statik und Dachaufbau es hergeben – das prüfen wir vorab.

Wir. Tragwerk, Verkleidung und Eindeckung kommen aus einem Betrieb, dadurch gibt es an den Anschlüssen keine Zuständigkeitslücke.

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